Elsie Kühn-Leitz Stipendium

Ein Stipendium der Wetzlarer Kulturgemeinschaft 

mit Unterstützung der Ernst Leitz Stiftung und des Orchestre National Avignon Provence

Ein Stipendium für hochbegabte junge
Musiker und Musikerinnen der klassischen Musik

Ausschreibung 2026/27 für Violine, Trompete, Klarinette und Flöte

Die Wetzlarer Kulturgemeinschaft organisiert in der Stadt Wetzlar seit ihrer Gründung 1945 insbesondere klassische Konzerte auf höchstem Niveau. Dabei ist es ihr ein Anliegen, auch junge musikalische Talente, die das Studium der Musik an einer deutschen Musikhochschule (Bachelor oder Master) absolvieren oder sich als freiberufliche Künstler/Künstlerinnen etablieren möchten, zu fördern.

Diese Förderung geschieht durch das Elsie Kühn-Leitz Stipendium und erinnert an Dr. Elsie Kühn-Leitz, Ehrenbürgerin der Stadt Wetzlar und Avignon, die sich in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg in besonderer Weise für den Wiederaufbau der Kultur in Wetzlar und die deutsch-französische Verständigung eingesetzt hat. Sie führte die von ihr mitgegründete Wetzlarer Kulturgemeinschaft von 1946 – 1977. Das Stipendium wurde 2023 zum ersten Mal vergeben. Die bisherigen Preisträger waren der Violinist Tassilo Probst (2023/24), der Harfenist Álmos László Tallós (2024/25) und der Bratschist Eikee Coetzee (2025/26).

Die Förderung beinhaltet eine finanzielle Unterstützung für ein Jahr (zwei Semester) mit einem monatlichen Betrag von 400 €. Darüber hinaus bietet die Wetzlarer Kulturgemeinschaft die Möglichkeit, ein öffentliches Konzert in Wetzlar sowie in der Partnerstadt Avignon – dort im Rahmen eines Konzerts des Orchestre National Avignon Provence zu geben. Die Möglichkeit des öffentlichen Auftritts ist Bestandteil des Stipendiums (ohne zusätzliches Honorar); dabei werden die Kosten für Reise und Unterkunft übernommen. Das Stipendium wird mit Unterstützung der Ernst Leitz Stiftung ausgerichtet.

v.l.n.r. : Sabine Krams, Nanako Becker, Boris Rupp, Syon Najman, Goeunsol Heo, Dr. Oliver Nass, Eike Coetzee, Adelheid Kleine
(folgende Jury-Mitglieder fehlen auf dem Bild: Luiza Borac, Marc Gruber und Cordelia Palm)
© Barbara Czernek

Das Stipendium richtet sich an Musiker/Musikerinnen der klassischen Musik im Alter von 18 – 25 Jahren mit herausragender Begabung, die an einer deutschen Hochschule studieren / studiert haben. Das Stipendium 2026/27 ist für Violine, Trompete, Klarinette und Flöte ausgeschrieben.

Bewerbungsschluss ist der 18. Juni 2026 um 23.59 Uhr. Für den Fall unerwarteter technischer Probleme empfiehlt es sich, die Unterlagen rechtzeitig hochzuladen. 

Einzureichende Bewerbungsunterlagen:

  • Bewerbungsvideo mit einer kurzen persönlichen Vorstellung und einem Vorspiel
    (in Summe max. 10 Minuten)
  • Lebenslauf mit Foto (inkl. Angabe von gewonnenen Preisen oder Wettbewerben)
  • Motivationsschreiben (1 Seite)
  • Referenz der / des Hauptfachlehrenden
  • Konzertprogramm für den Fall der Einladung zum Vorspiel mit 2 – 3 Stücken unterschiedlicher Stilrichtungen,
    darunter zumindest ein virtuoses Werk (Dauer: 15- 20 Minuten)

Mitglieder der internationalen Jury 2026/27

Cordelia PalmPräsidentin der Jury 26/27, seit Beginn Mitglied der Jury, Violinistin, Konzertmeisterin des Orchestre National d’Avignon Provence, Preisträgerin / Stipendiatin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und der Kunststiftung beim BDI. Jurymitglied am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Dance de Paris (CNSMDP) sowie am Institut Supérieur de Musique in Aix-en-Provence (IESM)

Luiza Borac, internationale Konzertpianistin und seit Beginn Mitglied der Jury. Sie wirkt in zahlreichen internationalen Wettbewerbsjurys mit (u. a. Gina Bachauer USA, Chopin‑Gesellschaft Hannover, George Enescu Bukarest, Walter Gieseking Hannover/Beijing) und ist künstlerische Leiterin des internationalen György‑Kurtág‑Wettbewerbs; Trägerin zahlreicher internationaler Auszeichnungen

Sorin Ionescu, studierte an den Musikhochschulen in Bukarest und Frankfurt am Main, ist seit 1984 Mitglied der 1. Violinen des hr‑Sinfonieorchesters Frankfurt und seit 2000 regelmäßig im Bayreuther Festspielorchester tätig. Er ist zudem Kammermusik-Dozent und betreut den musikalischen Nachwuchs beim Landesjugendsinfonieorchester Hessen und an der Internationalen Jugend Orchesterakademie

Adelheid Kleine, Musikredakteurin bei hr2‑kultur und seit Beginn Mitglied der Jury. Klavierstudium an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar

Dr. Oliver Nass, Enkel von Elsie Kühn‑Leitz und seit Beginn Mitglied der Jury. Stellvertretender Vorsitzender der Wetzlarer Kulturgemeinschaft sowie Vorsitzender der Ernst Leitz Stiftung

Kai Uwe Schöler, seit 2025 Künstlerischer Leiter der Wetzlarer Kulturgemeinschaft, Schulleiter der Wetzlarer Musikschule Lahn-Dill, Diplom Opernsänger und Musikdirektor der Chor- und Ensembleleitung Deutschland, Engagements u.a. bei den Bayreuther Festspielen, der Bayerischen Staatsoper München, der Deutschen Oper am Rhein, der Oper Köln, dem Hess. Staatstheater Wiesbaden, dem Staatstheater Mainz, dem Musiktheater im Revier und dem Theater Koblenz

Jochen Tschabrun, seit 1997 Soloklarinettist des hr‑Sinfonieorchesters. Als Preisträger des ARD‑Wettbewerbs und Stipendiat der Karajan‑Stiftung arbeitete er mit Dirigenten wie Abbado, Rattle und Haitink. Gefragter Solist und Dozent mit regelmäßigen Meisterkursen in Deutschland und Japan

Jón Vielhaber, seit 2023 Solo-Trompeter des hr-Sinfonieorchesters, hat bereits in jungen Jahren an zahlreichen Wettbewerben erfolgreich teilgenommen (u.a. Erste Preise beim Internationalen Petar-Konjovic-Wettbewerb in Belgrad 2014, Internationalen Trompetenwettbewerb in Bad Säckingen 2015, Internationalen City-Brass Wettbewerb in Stuttgart 2022). Zuvor war er Mitglied des Landesjugendorchesters Baden-Württemberg, Bundesjugendorchester und 2022/23 als Solo-Trompeter der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz

Teilnahmebedingungen

Auf Grundlage der frist- und formgerecht eingereichten Bewerbungsunterlagen entscheidet die Auswahlkommission über die Einladung zu einem Vorspiel am Nachmittag des 4. September 2026 in Wetzlar. Im Anschluss findet ein gemeinsames Gespräch von etwa 15 Minuten statt, das dem Kennenlernen der künstlerischen Persönlichkeit, der Motivation sowie der geplanten Verwendung des Stipendiums dient.

Die Kommission behält sich vor, aus den eingereichten Werken eine Auswahl für das Vorspiel zu treffen. Ein Korrepetitor / eine Korrepetitorin ist eigenständig zu organisieren; ein Konzertflügel steht zur Verfügung.

Anfallende Reisekosten innerhalb Deutschlands (günstigstes Verkehrsmittel) für die Finalisten sowie ggf. deren Korrepetitor / Korrepetitorin werden nach Einreichung der Belege erstattet.

Der zweite und dritte Platz wird jeweils mit einem Preisgeld von 500 € honoriert. Über die Vergabe des Stipendiums entscheidet eine internationale Jury. Die Entscheidungen der Auswahlkommission sowie der Jury sind unanfechtbar; der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Der Stipendiat / die Stipendiatin verpflichtet sich, das Stipendium in Konzertprogrammen sowie in der eigenen Kommunikation (Lebenslauf, Website, soziale Medien etc.) an geeigneter Stelle und mindestens während des Förderjahres zu erwähnen. Zudem wird die Mitwirkung an je einem Konzert in Wetzlar und in Avignon erwartet, die in der Regel in der darauffolgenden Saison stattfinden.